Dienstag, 21. Oktober 2014

Irgendwo im Nirgendwo

Nach etwa einer Stunde sind wir mitten in der freien Natur.  Die Aussicht ist herrlich. Die
Ortschaft im Hintergrund heißt
Winterstettendorf.

Familie Traub

Von Herrn und Frau Traub wurden wir wie in einer Familie aufgenommen. Schon am Nachmittag wurden wir mit Kaffee und Kuchen empfangen und lernten die beiden Töchter mit den Enkelkindern kennen. Abends wurden wir mit Kassler und Sauerkraut verwöhnt. Zum Frühstück zauberte  Frau Traub allerlei Leckereien auf dem Tisch. So kann man gut in einen neuen anstrengenden Pilgertag starten. Wir möchten uns hier noch einmal ausdrücklich für die tolle Gastfreundschaft bedanken.

Montag, 20. Oktober 2014

Zusammenfassung vom dritten Tag

Um 7 Uhr 20 schellte der Wecker. Angela und ihre Kinder waren bereits außer Haus als wir aufstanden. Nach einem kurzen Frühstück machten auch wir uns um 8 Uhr 45 auf den Weg. An der Landstraße entlang ging es nach Biberach. Die Basilika in Biberach hat eine Besonderheit: sie wird von der katholischen und von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Beim Bäcker und Metzger deckten wir uns für den Tag ein. Danach machten wir uns gegen 10 Uhr 30 auf den Weg. Nach etwa einer Stunde erreichten wir Reute. Kurze Zeit später konnten wir das erste Zwischenziel unserer heutigen Etappe sehen die Wallfahrtskirche in Steinhausen. Bis dorthin waren aber noch einige Kilometer zu laufen, zunächst durch die Ortschaft Groth, dann durch Muttensweiler. Um 13 Uhr 30 Uhr erreichten wir die Wallfahrtskirche in Steinhausen. Dieses barocke Kleinod wurde von Dominikus und Baptist Zimmermann erbaut. Bis Bad Waldsee wären es noch 23 Kilometer gewesen. Um 14 Uhr 30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Gegen 16.00 Uhr kamen wir in Winterstettenstadt an. Dort bekamen wir ein Zimmer in einer privaten Vermietung bei Familie Traub. Wir wurden freundlich aufgenommen. Zu Abend gab es Kassler mit Kraut und Kartoffeln. Danach saßen wir noch mit unserem Gastgeber bis 21 Uhr 45. Dann gingen wir zu Bett. Auf den Dachflächenfenstern hörten wir Regentropfen leise trommeln.

Winterstettenstadt

Ursprünglich wollten wir heute von Mettenberg bis Bad Waldsee laufen. Das wären von Steinhausen aber noch 24 Kilometer gewesen. Nach etwa zehn Kilometern finden wir in Winterstettenstadt - wieder per Zufall - eine Bleibe. Wir fragen vor der Kirche eine Frau, ob es im Ort eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Sie sagt, dass ihr Bruder an Pilger ein Zimmer vermietet. Die Telefonnummer hängt in der Kirche aus - direkt über dem Pilgerstempel. Das haben wir vorhin glatt übersehen. Nach einem Anruf stellt sich heraus, dass das Zimmer frei ist. Wir kommen bei einer sehr netten Familie unter.

Rast in Steinhausen

Nach zwölf Kilometern erreichen wir den Wallfahrtsort  Steinhausen. Nach Besichtigung der sehr schönen Barockkirche   machen wir Mittagspause. Wir haben noch 23 km vor uns.

St. Peter und Paul in Steinhausen

Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau und Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine Barockkirche, die von 1728 bis 1733 errichtet wurde. Geplant, erbaut und stuckiert von Dominikus Zimmermann, mit kunsthistorisch bedeutenden Deckenfresken ausgestattet durch dessen älteren Bruder Johann Baptist Zimmermann. Beide haben auch die berühmte Wieskirche geplant und gebaut. Die Kirche ist seit 1865 auch Pfarrkirche und wird oft als „schönste Dorfkirche der Welt“ bezeichnet.

Stadtkirche St. Martinus und Maria in Biberach

Die Kirche St. Martinus und Maria, meist nur „St. Martin“ genannt, ist die Stadtpfarrkirche von Biberach. Es handelt sich um eine Simultankirche, die von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde genutzt wird.

Um 1100 wurde dann eine romanische Kirche errichtet und zwischen 1320 und 1370 durch eine gotische Basilika ersetzt. Die an den Chor angrenzenden Kapellen und dessen Einwölbung stammen aus dem 15. Jahrhundert. Mit dem Bau des Chores wurde zwischen 1320 und 1330 begonnen. Das Dachgebälk über dem Chor wurde um 1337/1338 gezimmert, das über dem Schiff um 1365/66. Es entstand eine gotische Basilika mit drei Schiffen. Im 15. Jahrhundert wurden an den Chor eine Sakristei und zwei Nebenkapellen angebaut.


Biberach

Um 8 Uhr 45 machen wir uns auf den Weg von Mettenberg nach Biberach. Dort besichtigen wir Stadtpfarrkirche. Sie ist simultan und wird seit 1548 von katholischen und  evangelischen Christen gleichermaßen genutzt. Um 10 Uhr 30 brechen wir auf zu unserem nächsten Ziel nach Steinhausen.
 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Angela = Engel

Wir fragten eine Frau, die mit ihrem Hund spazieren ging, ob es in Mettenberg eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Sie verneinte und bot uns an uns nach Biberach zu fahren. Leider gab es dort keine Übernachtungsmöglichkeit, die für uns gepasst hätte. Deshalb bot uns Angela an, einfach bei ihr im Haus zu übernachten. Das nahmen wir gerne an. Wir glauben, das hat der heilige Jakobus so gewollt, denn wir waren nach über 30 Kilometern schon ziemlich KO. Noch einmal vielen lieben Dank an Angela, das war ein beeindruckendes Erlebnis.

Zusammenfassung vom zweiten Tag

Der Tag begann 7 Uhr 50 mit einem Morgengebet. Um 8 Uhr waren wir beim Frühstück. Kurz nach neun Uhr machten wir uns auf den Weg. Heute hatten wir 34 Kilometer vor uns bis nach Biberach. Im Nebel ging es los. Nach etwa einer Stunde erreichten wir Risstissen. Der Nebel hatte sich inzwischen aufgelöst. Weiter ging es nach Untersulmetingen. In Obersulmettingen machten wir unsere Mittagspause. Weiter ging es nach Schemmerberg. Dort hatten wir etwa die Hälfte unserer heutigen Etappe geschafft. In der nächsten Ortschaft Äpfingen machten wir eine kurze Rast und könnten uns im sonnigen Biergarten ein Radler. Noch hatten wir elf Kilometer zu gehen. Endlich war der Weg Wetter nicht mehr asphaltiert, sondern es ging auf Waldwegen nach Laupertshausen. Die Sonne stand schon tief und wir hatten noch sieben Kilometer bis Biberach. In Mettenberg fragten wir eine Frau eine Unterkunft. Nachdem es dort keine Unterkunft gab, wollte sie uns nach Biberach fahren. Telefonisch konnten wir allerdings keine kostengünstige Unterkunft erreichen. Daraufhin bot sie uns an bei ihr im Gästezimmer zu übernachten. Wir nahmen in dieses Angebot dankbar an. Zum Abendessen fuhr Sie uns nach Biberach, wo wir griechisch essen gingen. Gegen 21 Uhr 15 ging es zurück nach Mettenberg. Nach einem kurzen Pläuschchen gingen wir zu Bett. Wir sind etwa 31 Kilometer gelaufen, das Wetter war wieder hervorragend.

Jakobskirche Laupertshausen

In dieser schönen Barockkirche machen wir Pause. Die 28 Kilometer, die wir bis dahin gelaufen waren, sitzen uns schon etwas in den Knochen und wir haben eigentlich noch 7 Kilometer vor uns. Wir beschließen, nur noch bis Mettenberg zu laufen und dort zu übernachten. Laut Führer gibt's dort ein Gasthaus.

Ein Radler im Adler

Es ist sehr warm und der Weg führt fast nur auf Asphaltwegen. Etwas erschöpft gönnen wir uns in Äpfingen im Gasthaus Adler ein Päuschen und belohnen uns mit einem zischenden Radler. Bis zum Ende dieser Tagesetappe liegen noch 9 Kilometer vor uns.

Äpfingen ist erreicht.

Nach 23 Kilometern haben wir Äpfingen  erreicht und besichtigen die Kirche St. Blasius.

St. Martinus in Schemmerberg

Es ist 14 Uhr. An dieser Kirche haben wir nun die Hälfte unserer heutigen Etappe erreicht

Mittagspause in Obersulmetingen

Am Ortsende ist ein schöner Rastplatz mit einem Pilger-Gedenkstein. Das bietet sich an für eine längere Mittagspause, in der man sich auch mal von den Schuhen befreien kann.

Graue Nebel steigen auf...

Die ersten Kilometer bis Rißtissen führt uns der Weg durch dichten Nebel im Donautal. Das Gute daran ist: wir sehen die laaaaange gerade Straße nicht. Später reißt der Himmel auf und es wird ein herrlicher Tag.
 

Aufbruch am 19.10.

Nach einer Morgenandacht und einen gemütlichen Frühstück mit den Damen aus Göppingen machen wir uns um 9:09 h weiter auf dem Weg. Wie gestern Vormittag  ist es sehr neblig.

Samstag, 18. Oktober 2014

Zusammenfassung erster Tag

1. Tag Nachdem die Bahn streikte mussten, wir mit dem Auto nach Ulm fahren. Um 8 Uhr ging es in Nürnberg los, kurz vor zehn waren wir in Ulm. Um 10 Uhr machten wir uns auf den Weg. Wir gingen nach Grimmelfingen. In der Jakobuskirche holten wir in unseren ersten Stempel. Danach ging es weiter über Einsingen nach Erbach. Am Ortsanfang von Erbach vesperten wir zu Mittag. Es war etwa 13 Uhr. Weiter ging es zum Schloss Erbach und zur Martinuskirche. Dort nahmen wir an einem Gottesdienst teil. Über die Maria Hilf Kapelle und Donaurieden mit der Kirche Sankt Michael kamen wir nach Oberdischingen um 16 Uhr 15. Wir bezogen unser Zimmer und um 19 Uhr gab es das Abendessen. Es gab einen leckeren Erbseneintopf und Würstchen. Außer uns waren noch 5 Pilgerinnen anwesend. Nach dem Abendessen unterhielten wir uns noch etwas im Aufenthaltsraum. Um 21 Uhr 30 gingen wir zu Bett. Insgesamt waren wir etwa 22 Kilometer bei schönstem Wetter unterwegs.

Cursillo- Haus in Oberdischingen

Nach gut sechseinhalb Stunden sind wir in Oberdischingen angekommen und haben schon unser Zimmer in der Pilgerherberge bezogen.

Das im Jahre 1794 neben der Wallfahrtskirche "Zur Heiligsten Dreifaltigkeit" errichtete Gebäude kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken: Franziskanerkloster, Mietshaus, seit 1974 "Cursillo-Haus".

Ankunft im Cursillohaus in Oberdischingen


Gegen 16 Uhr erreichen wir unser Etappenziel. Nachdem wir auf der Sonnenterrasse in Ruhe zwei Bierchen getrunken haben, sitzen wir gemütlich mit einer Gruppe  von fünf Damen beim Abendessen. Es gibt einen leckeren Bohneneintopf mit Würstchen. Die Damen aus Göppingen machen eine 2-Tagespilger-Tour und übernachten hier. Unser erster Tag endet ohne größere Schmerzen. Mal sehen, was morgen passiert, geplant ist eine Etappe mit 34 Kilometern bis Biberach.

St Martin in Erbach

Kurzes Innehalten in der Martinuskirche. Es findet gerade ein Kindergottesdienst statt. Passend zu uns wird das Lied "Führ uns auf unseren Wegen" gesungen.
 
Die Kirche St. Martinus wurde erstmals 1275 im Konstanzer Zehntbuch urkundlich erwähnt. Sie war eine der ersten Pfarreien der Gegend. 1765 wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen, doch bereits 1767 begann man einen Neubau, finanziert durch die Spende von 28.000 Gulden der beiden Freiinnen Beata und Viktoria von Ulm-Erbach, die dafür fast ihr gesamtes Vermögen einbrachten. 1769 war der Bau mit dem Aufsetzen der Haube auf den 48 Meter hohen Turm fertiggestellt.
 

Mittagsrast in Erbach

Nach 11 Kilometern gemütlicher Wanderung gönnen wir uns eine kleine Rast. Bis zum Ende unseres heutigen  Etappenziels in Oberdischingen sind es noch 10 Kilometer.
 

Jakobuskirche in Grimmelfingen

Um 11 Uhr 20 holen wir uns in der Jakobuskirche unseren ersten Pilgerstempel.

 Die Kirche in Grimmelfingen ist 1356 als Kirche der Jungfrau Maria und Jakobus d.Ä. geweiht, ab 1470 auch St. Nikolaus. Die im Kern noch alte Kirche des 14. Jahrhunderts wurde mehrfach verändert, umgebaut und 1701 erweitert. 1961 wurde sie renoviert.

Gerd Walter Linde

Nach etwa einer Stunde machten wir die erste Rast an der Gerhard Walter Linde. Eigentlich sollte man von hier einen guten Ausblick haben, wir standen jedoch im Nebel.

Benannt wurde der Baum nach dem Naturschützer Gerd Walter aus Ulm. Er pflanzte 1950 den Lindenbaum auf dem Hochsträß, nachdem er aus dem 2. Weltkrieg zurückgekehrt war. Gekauft hatte Walter den Jungbaum mit gesammelten 50 Pfennig Münzen. Auf diesen ist eine kniende Frau dargestellt, die einen (Eichen-)Baum pflanzt, was ein Symbol für den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg darstellt.

Start in Ulm

nach knapp 2 Stunden Fahrt sind wir in Ulm angekommen. Um Punkt 10 Uhr starten wir. Ultreya!

Freitag, 17. Oktober 2014

GDL - oder was?

Noch bevor wir überhaupt einen weiteren Schritt auf dem langen Weg nach Santiago getätigt haben kommt schon der erste Paukenschlag: Durch den von der GDL erzwungene Lokführerstreik fällt unsere Zugverbindung aus! Einmal wenn man mit dem Zug fahren will...
Jetzt fahren wir eben - auch nicht unbequem - mit dem Auto bis Ulm, lassen es dort stehen und fahren dann am Freitag von Konstanz wieder zurück nach Ulm. Bis dahin werden sich diese Querköpfe ja wohl geeinigt haben.
Und wen trifft's mal wieder? Den Otto Normalverbraucher, mit dem ja eh' jeder umspringt wie er will. Leute, eine tolle, wesentlich günstigere und keineswegs unbequeme Alternative zur Bahn sind übrigens die Fernbuslinien. Die Heimreise von unserer letzten Tour mit meinFernbus von Ulm nach Nürnberg war zügig, günstig und absolut entspannend - nur zu empfehlen!!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Bald geht's weiter


In Roli's Keller: Wir klären die restlichen wichtigen Fragen, bevor es am Samstag auf zur letzten Deutschland-Etappe los geht. Abfahrt 7.51 Uhr am Bahnhof in Eibach. Wenn alles klappt sind wir um 10.40 Uhr in Ulm. Noch sind wir frohen Mutes. :-)

Mittwoch, 24. September 2014

Es geht wieder weiter...

Der Termin für die Fortsetzung unserer Pilgerreise steht: Am 18. Oktober brechen wir zur letzten Etappe durch Deutschland auf, von Ulm nach Konstanz. Natürlich werden wir wieder sämtliche Erlebnisse und Ereignisse bebildern und kommentieren.
E ultreya, e suseya, deus adjuva nos.

Sonntag, 1. Juni 2014

Wieder daheim (von Roli)

Warum?

Ja, warum eigentlich?

Ist es die Suche nach Abenteuer? Schließlich weiß man am morgen noch nicht, wo man abends schlafen wird.
Ist es die Suche nach den eigenen körperlichen Grenzen (Body-Building)? Man läuft täglich eine weite Strecke mit viel zu viel Gewicht auf dem Rücken.
Oder ist es gar die Suche nach etwas Höherem (Soul-Building)?

Die drei (Test-)Etappen über insgesamt 93 km nach Rothenburg im März und April hatten doch eher den Charakter einer Wanderung. Ganz anders hingegen war es dann ab Rothenburg. Noch in der Altstadt wurden wir von einem älteren Ehepaar angesprochen, die unsere Jakobsmuscheln am Rucksack entdeckt hatten. Beide hatten Santiago de Compostela bereits vor einigen Jahren erpilgert. Kaum 20 Minuten später trafen wir auf Pilger Detlef, der ebenfalls schon Santiago erreicht hatte und nun nach Rom unterwegs war.
Schnell kommt man mit Menschen ins Gespräch, sei es ein Bauer auf dem Traktor, zwei Mädels auf Pferden ("Ihr lauft den Jakobsweg, is ja cool") oder z.B. vor einem Bäckerladen in Crailsheim mit Jörg, der uns den Tip mit Heinrich dem Töpfer gab. Man unterhält sich mit Sonntags-Spaziergängern und Hundegassi-Führern, mit anderen Pilgern. In Ulm wurden wir von einer Stundentin und einem Mann mit Buen Camino begrüßt, beide hatten unsere Muschel gesehen. Corinna gab uns ein Radler aus, der Metzger in Pommertsweiler zwei geräucherte Würste. Auf meiner Radwallfahrt nach Altötting bekamen wir in einer Bäckerei in Geisenhausen eine Butterbreze, in einem Bistro in Vilsbiburg, wo wir zu Abend gegessen hatten, einen Schnaps.

Auf weitere liebe Mitmenschen ist Wolfi bereits in seinem Resumee eingegangen. Dem ist nichts hinzufügen. Ich habe diesen alle von Altötting aus eine Dankeskarte geschrieben.

Nächstenliebe ist das, was das Christentum lehrt.

Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft ist das, was wir sehr oft erfahren haben, ohne dass wir erst dafür bitten mussten.

Das ist es, was aus der Wanderung Jakobsweg die Pilgerschaft Jakobsweg (bzw. aus einer Radtour eine Wallfahrt nach Altötting) gemacht hat.

Das ist es, warum wir unseren Pilgerweg weiter gehen werden. Die paar Blasen an den Fersen, die brennenden Fußsohlen bzw. die Knieschmerzen beim Radfahren sind dies allemal wert (und bereits auch wieder verheilt).

Ultreya e suseya und buen Camino

ROland

Freitag, 30. Mai 2014

Abschied von Altötting

Nach dem Frühstück habe ich mir noch das Wallfahrer Museum angesehen, nun geht es zurück mit dem Zug über München nach Nürnberg.

Abschlußgottesdienst

Am Abend haben wir noch an einem Gottesdienst in der Stiftskirche teilgenommen. Danach sind wir zeitig aufs Zimmer gegangen. Nachdem es weiterhin stark geregnet hat, hatten wir keine Lust auf einen Absacker.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Altötting

Heute haben wir Altötting erreicht. Die zweite Hälfte der Etappe legten wir wieder in strömendem Regen zurück. An der Gnadenkapelle habe ich 5 Kerzen angezündet: für die Familie, für Freunde, für alle die mir auf dem Jakobsweg und auf der Wallfahrt nach Altötting nahe gestanden sind.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Auf dem Weg nach Altötting

Während Wolfgang zuhause die Posts in unseren Blog schreibt, bin ich auf dem Weg nach Altötting. Die ersten beiden Tage hatten wir gutes Wetter, heute hat es den ganzen Tag geregnet. Wir sind jetzt in Vilsbiburg und fahren morgen weiter nach Altötting. Auf dem Foto ist die Kirche Sankt Vitus in Offenstetten zu sehen.

Montag, 26. Mai 2014

"Zuhause bin ich da, wo ich ankomm' wenn ich geh'" - Fazit (von Wolfgang)

Die erste große Etappe auf dem Weg nach Santiago liegt hinter uns. Lange haben wir uns darauf vorbereitet, mit Begeisterung den Weg beschritten - jetzt liegt die nächste Etappe, Ulm-Konstanz, vor uns.
Haben sich meine Erwartungen erfüllt? Nein, denn die Pilgerreise ist anders verlaufen, als ich sie mir vorgestellt habe. Allerdings im positiven Sinne. Es ist ja nicht nur eine Wanderung von A nach B, die man an einem Tag abspult. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Wie wird das Wetter? Wo werden wir übernachten? Welches Körperteil macht heute auf sich aufmerksam?
Man lernt Menschen kennen, an denen man im Alltag vielleicht achtlos vorübergehen würde. Wildfremde Leute grüßen im Vorbeigehen mit einem anerkennenden Nicken oder rufen ein "Buon Camino" zu. Man kommt ins Gespräch mit Menschen der unterschiedlichsten Alterskategorien, die auch schon nach Santiago gepilgert sind. Teilweise nur den spanischen Jakobsweg, teilweise von Le Puy in Frankreich aus. Und auch zum Teil so wie wir, in Etappen von Zuhause aus. Oder Menschen, die zum richtigen Zeitpunkt einfach da sind.

Menschen wie Helmut Breitkreuz, Mitte siebzig, nach dem Krieg als Deutscher aus der Ukraine vertrieben. Durch Fleiß und Gottvertrauen hat er sich im Laufe seines Lebens die Grundlage für einen bescheidenen Wohlstand im Alter geschaffen und dankt mit Tränen in den Augen Gott für seinen Lebensweg.

Menschen wie Heinrich den Töpfer in Gründelhardt. Mit seiner positiven Lebenseinstellung motiviert er ohne großes Zutun. Er zeigt, dass es eigentlich nur wenig braucht, um ein glücklicher Mensch zu sein.

Menschen wir Frau Oker in Pommertsweiler, die uns ihre Ferienwohnung zur Verfügung stellt. Obwohl sie eigentlich längst beim Geburtstag ihrer Enkelin sein müsste, zaubert sie uns noch ein leckeres Abendessen, da die einzige Gaststätte am Ort an diesem Tage Ruhetag hat.

Menschen wie Corinna, die mit ihrem Mann die Pilgerherberge Klotzhöfe betreibt. Leider erreichten wir diese Herberge zu einem Zeitpunkt, an dem es für ein Tagesziel viel zu früh gewesen wäre. Der Rucksack ist schwer, es ist heiß. Corinna hält und zu einer Pause an und wir stärken uns mit einem kühlen Radler. In dem wunderschönen Garten genießen wir die Erfrischung und die angenehme Ruhe. Von ihr erfahren wir den Tipp mit der Übernachtung im Pilgerwohnwagen bei Anna Barthle in Bargau.

Menschen wie Anna Barthle und ihr Sohn Tobias, die selbstlos für die Pilger leben und für Übernachtung und reichhaltiges Frühstück nur eine Spende verlangen. Sie hat auch Pilger aufgenommen, die ihr nichts zahlen konnten, weil sie nichts hatten.

Menschen wir Detlev aus Waldaschaff, Heiner aus dem Spessart, Erich aus Eslarn, auch Pilger, die uns teilweise auf unserem Weg begleitet haben

 Ich lerne ein bisschen meine Grenzen kennen. Ich lerne Demut vor mir selbst, vor anderen, vor der Natur. Ich entdecke die Gelassenheit neu.

Manchmal sind die Schmerzen im rechten Knie unerträglich. Manchmal macht mir mein rechter Knöchel Sorge. Vom Rucksack schmerzen zeitweise die Schultern. Eine Blase am linken kleinen Zeh nervt. Ich nehme es trotzdem gelassen. Keine dieser Begleiterscheinungen kann meine positiven Eindrücke auch nur im geringsten schmälern.

Erst als wir vom Eselsberg aus Ulm erblicken wird mit bewusst, was wir erreicht und geleistet haben. Die Stadt mit ihrem Leben ist nach Tagen in der Abgeschiedenheit gewöhnungsbedürftig. In der Kirche St. Maria Suso machen wir noch einen Halt und geneißen die absolute Stille dort, bevor wir uns endlich von der Stadt aufnehmen lassen.

Ich möchte die neu entdeckte Gelassenheit mitnehmen und anderen soviel wie möglich davon abgeben.

Jetzt freue ich mich auf die nächste Etappe von Ulm nach Konstanz.

Samstag, 24. Mai 2014

Daheim

Um 14:19 laufe ich Zuhause ein und werde stürmisch begrüßt. So schön die Reise mit ihren Erlebnissen war, daheim ist es doch am schönsten!!

meinfernbus.de

Dieser Bus hat uns für je 11 Euro und 3 Stunden Fahrzeit nach Nürnberg gebracht.  Preis-leistungsverhältnis absolut super, sehr freundlicher Service. Jederzeit gerne wieder.  Um 13:45 fahren wir in den ZOB in Nürnberg ein, um 14:01 fahren wir mit der S-Bahn nach Eibach. Nach einem Abschiedsschnäpsle trennen sich nach einer Woche gemeinsamer Pilgertour unsere Wege.

Heimfahrt

Nach einem ausgiebigen Frühstück laufen wir die letzten knapp 2 Kilometer zum Busbahnhof nach Neu Ulm. Um 10:30 steigen wir in den Fernbus, der uns nach Nürnberg bringen wird.

Ausklang

Nach einem kleinen Stadtbummel kehren wir im "Barfüßer" zum Abendessen ein und lassen uns Schweinebraten, geröstete Maultaschen und jeder zwei Bier schmecken. Danach setzen wir uns noch in ein Bistro bei unserem Hotel und schreiben wie jeden Abend unsere Tagesberichte.

 

Münster

Im Münster suchen wir beide die Stille und lassen die Pilgertour mit all ihren Erlebnissen und Eindrücken noch einmal Revue passieren. Wir zünden Kerzen an und danken, dass wir alles unbeschadet überstanden haben. Im Münster bekommen wir auch unseren letzten Pilgerstempel. Insgesamt haben wir unseren pilgerpass um 20 Stempel ergänzt.

der Ausblick von oben ist atemberaubend

Höchster Kirchturm der Welt

Nachdem wir in den vergangenen Tagen ja kaum Höhenmeter zurückgelegt haben, erklimmen wir selbstverständlich die 768 Stufen zur Spitze des 161 m hohen Kirchturms. Aber wir merken: die letzten Tage stecken schon in den Knochen.  Besonders grazil sieht es sicher nicht aus, wie wir die Wendeltreppen rauf und wieder runter humpeln.

am Ziel

Jetzt haben wir endlich unser Ziel erreicht. Irgendwie sind wir schon etwas stolz. Es liegen seit Rothenburg 196 Kilometer hinter uns, seit Nürnberg 292. Nach santiago sind es noch etwa 2100

Ulm

Auf unserem weg ins Zentrum kehren wir noch in der Kirche "St. Maria Suso" mit dem prächtigen Altarbild von Sieger Köder ein und genießen die Stille, bevor wir uns nach Tagen der Ruhe in die laute Stadt begeben. 
Nachdem wir uns in unserem Hotel frischgemacht haben, gehen wir zum Münsterplatz. Der Blick auf das Münster ist beeindruckend.



 

Erster Blick auf Ulm

Nach unserer Mittagsrast erblicken wir Ulm. Ein ergreifender Moment, für den wir 7 Tage gelaufen sind. Bis zum Ziel am Münster sind es allerdings noch 4 Kilometer durch die Stadt.

Fromme Wünsche für Wanderer bei Mähring

Rast im Kieseltal

Es regnet

Und so kommen unsere Regenponchos doch zum Einsatz. Kurz nachdem wir losgelaufen sind beginnt es heftig zu regnen. Genau die ersten drei Kilometer, die wir entlang der Autobahn A 8 über freies Feld laufen, erwischt es uns voll. Das hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Gottseidank hört es nach einer Stunde wieder auf.
 

23. Mai

Der Gasthof am Berg ist eine überaus pilgerfreundliche Herberge und verdient besondere Erwähnung. Nachdem wir uns ins Gästebuch eingetragen haben und uns den Stempel des Gasthofes sowie der Nikolauskirche (die hat nämlich meistens zu) an der Rezeption haben geben lassen begeben wir uns nun auf unsere letzte Etappe. Diese wird mit 20 Kilometern die Kürzeste. Es ist kühl und regnerisch, als wir um 9:30 aufbrechen.

Verdientes Abendessen

echt schwäbisch mit Kässpätzle und Ulmer Goldochsen-Bier

Temmenhausen

Um 18:15 laufen wir am Gasthof am Berg ein. Unsere letzte lange Etappe ist geschafft. Nach der üblichen Kultivierung und der Versorgung unserer größeren und kleineren Wehwehchen sowie unserer geplagten Füße mit  Salbe und Voltaren begeben wir uns zum wohlverdienten Abendessen.

2 müde Pilger

30 Kilometer, Temperaturen um die 28 Grad, einige Wehwehchen und etliche Höhenmeter gehen nicht spurlos an uns vorbei. Trotzdem ist unsere Stimmung immer gut. E ultreia! E sus eia! Deus aia nos! Oder wie der Schwabe sagt: Vorwärts tapferle weiter

Angekommen

Nach zwei Stunden Flug sind wir sicher in Frankfurt gelandet. Hier ist unsere Pilgerreise nun vorbei. Es geht jetzt noch mit dem Auto vom Fr...