Montag, 19. Mai 2014

Ein Jakobspilgerbrunnen in Rosenberg

Dem ist nichts hinzuzufügen

Der Weg führt uns durch idyllische Landschaften

Fleckenbacher Sägmühle

Erfrischung in der Mittagshitze

19. Mai

Nach einem gemütlichen Frühstück mit Heinrich setzen wir um 9:30 unsere Pilgerreise fort. Heute erwarten uns etwa 28 Kilometer mit rund 370 höhenmetern. Das Wetter ist sonnig und sehr warm. Das Ziel heißt Pommertsweiler

Fazit des zweiten Tages

Es war von der Anzahl der Kilometer wieder ähnlich wie am Vortag.  Allerdings hatten wir mehrere Höhenunterschiede zu bewältigen und auch der Vortrag saß noch in den Knochen.  Wir haben viele tolle Leute getroffen und viel Interessantes erlebt. Zum Schluss hatten wir beide dann schon etwas genug.  Es ging auf Asphaltstraßen
permanent bergauf,  teilweise schmerzten Knie und Knöchel und wir sehnten die Unterkunft herbei. Dafür wurden wir wirklich mit einem sehr lustigen Abend mit Heinrich dem Töpfer belohnt.  Die morgige Etappe wird nur 26 Kilometer lang.

Sonntag, 18. Mai 2014

Ausklang

Zusammen mit Heinrich dem Töpfer sitzen wir zusammen draußen und haben bei zwei Bieren eine lustige Unterhaltung. Heinrich ist ein absolutes Original und Lebenskünstler

Gründelhardt

Um 18:15 erreichen wir unser heutiges Etappenziel. Nach 31 Kilometern mit viel auf und ab sind wir doch ziemlich geschafft. Wir finden bei Heinrich dem Töpfer eine wirklich originelle Unterkunft und können uns von den Strapazen etwas erholen. Einen Gasthof gibt es in Gründelhardt leider nicht, wir haben aber genug Proviant dabei, sodass wir nicht verhungern müssen.

Burgberg

Nach crailsheim geht es fast eineinhalb Stunden nur bergauf. Die letzten 500 meter sind sehr steil und verlangen uns mit den schweren Rucksäcken einiges ab. Oben ist ein schöner Biergarten in dem wir uns mit Weizen und Radler belohnen.  Es liegen noch acht Kilometer vor uns.

Crailsheim

Gegen 13:00 kommen wir in Crailsheim an und haben mit 17 Kilometern etwas mehr als die Hälfte geschafft. An der Kirche "St Johannes der Täufer" machen wir Mittagspause. 
St. Johannes

Jagsttal

Das wildromantische Jagsttal stellt ein absolut landschaftliches Highlight dar und ist das schönste Wegstück überhaupt seit Nürnberg.  Hier sind wir an einer Holzbrücke an der ehemaligen Heinzenmühle

Anhäuser Mauer

Unser Weg führt uns an einer ehemaligen Klosteranlage vorbei, die 1700 zerstört wurde. Nur noch eine Mauer des gotischen Chores ist übrig geblieben

18. Mai 2014

Nach einer angenehmen Nacht und einem passablen Frühstück im Schwarzen Adler gehen wir um 9:15 wieder auf die Piste. Vor uns liegen 31 Kilometer inklusive 4 Kilometer durch Crailsheim
Schwarzer Adler in Wallhausen - außen etwas grau, aber sehr freundliche Bedienung und gutes Essen

Samstag, 17. Mai 2014

Fazit des 1. Tages

Die 31 Kilometer des ersten Tages haben wir ganz gut überstanden. Allerdings ist das Gewicht der Rucksäcke nicht zu unterschätzen, wie die Striemen später am Rücken zeigen werden. Nach einem leckeren Abendessen mit dem sehr netten Pilgerkollegen Detlev aus Waldaschaff, der mit 70 Jahren zu Fuß auf dem Weg nach Rom ist, sind wir nun sehr relaxt und freuen uns auf den morgigen Pilgertag.

Bald ist es geschafft

Der Weg führt uns weiter nach Reubach, wo wir wegen einer Probe zur Konfirmation nicht willkommen sind und aus der Kirche komplimentiert werden. Haben die was zu verbergen? Umso besser werden die Pilger in der Jakobskirche in Schainbach behandelt: für sie steht im Altarraum ein Kasten Mineralwasser bereit. Dort holen wir uns auch unseren nächsten Stempel. Um 18 Uhr erreichen wir Wallhausen, wo wir im Gasthof "Schwarzer Adler" logieren
Jakobskirche Schainbach
Pilger Wolfi in Reubach

Weiter geht's

Durch das romantische Schandtaubertal erreichen wir Bettenfeld. Die Kirche St. Wendelin hat leider zu. Weiter geht's durch Wald und Flur bis Hausen am Bach. Dort machen wir gegen 13:15 Mittagspause. Danach besichtigen wir die Kirche st. Magdalena.  Dort gibt es den dritten Stempel des Tages.

Start in Rothenburg

Um 9:00 geht es los. Mit jeweils knapp 15 kilo Gewicht am Rücken.  Da muss man sich erst mal dran gewöhnen. Nachdem wir uns in der Jakobskirche unseren Stempel geholt haben verlassen wir Rothenburg und wanderten Richtung Bettenfeld

Dienstag, 13. Mai 2014

Abschlussbesprechung

Heute war die letzte Besprechung, bevor es nun am Samstag endlich "richtig" los geht. 93 km sind wir in drei Etappen schon gelaufen. Übernachtet haben wir aber immer zu Hause. Nun wird es spannend, eine Unterkunft für die Nacht zu bekommen. Zu Fuß sind wir ja nicht so mobil, dass wir einfach mal schnell 4 oder 5 km in die nächste Ortschaft weiter laufen, wie z.B. mit einem Fahrrad. Wir werden es sehen.

Die Ausrüstungslisten sind wir nochmals durchgegangen. Welche Kleidung nehmen wir mit? Die Wettervorhersage sieht eigentlich recht gut aus, optimales Wanderwetter.

Auf den Smartphones wurde eine Blogger-App installiert und gleich auch mal getestet. Funktioniert, wie man sieht. Es lebe die Technik.

Wir versuchen, am Freitag Abend noch einen Pilgersegen von unserem Pater Adam zu bekommen. Samstag geht es dann um 8.00 Uhr los. Unsere Frauen fahren uns mit dem Auto nach Rothenburg. So sparen wir uns schon mal eine Stunde Anfahrt. Zunächst wollen wir noch die Kirche St. Jakobus besichtigen, die bei unserer letzten Ankunft schon geschlossen war. Der Pilgerstempel fehlt und ja auch noch.

Danach starten wir Richtung Wallhausen, etwa 28 km. Sollte eigentlich kein Problem werden. Alles weitere dann von unterwegs ...

Ultreya e suseya
Wolfi  (Testfoto mit der Blogger-App)

Donnerstag, 17. April 2014

(von Wolfgang)

Was bewegt mich dazu, den Jakobsweg zu gehen? Und vor allem: Was bewegt mich dazu, den Weg von der Haustüre aus zu laufen, und nicht die letzten 200 Kilometer?

Überhaupt aufmerksam geworden bin ich auf den Jakobsweg durch meine Eltern, die im Sommer 1995 von Astorga nach Santiago pilgerten, zu einer Zeit, als der Jakobsweg noch nicht einer breiten Öffentlichkeit geläufig war.

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich beide mit Ihren riesigen Rucksäcken und Ihrer Pilgerkluft von deren Wohnort Schwabach nach Nürnberg zum Hauptbahnhof gebracht habe. Schon damals dachte ich mir, dass ich mir so eine Pilgereise irgendwann vielleicht auch einmal vorstellen könnte.

Erst recht, als mir meine Eltern danach Ihre Erlebnisse schilderten, von beeindruckenden Momenten erzählten, von bewegenden Augenblicken berichteten. Fotos, Erinnerungsstücke, Dokumente, die, zusammengetragen in einem Album, die Faszination dieser Reise konserviert haben.

Knapp 20 Jahre später sagt meine Mutter heute noch, dass diese Pilgerreise ihr beeindruckensdes Erlebnis war. Und immer wieder höre ich ihr gerne zu, wenn sie davon erzählt.

Mein Bruder erzählte mir einmal, dass zwei Kollegen von ihm den Jakobsweg direkt vor der Haustüre in Bamberg begonnen haben und diesen nun in Etappen auf mehrere Jahre verteilt bis nach Santiago pilgern (zwischenzeitlich sind sie fast am Ziel)

Das war die Initialzündung. Denn direkt vor meiner Haustür verläuft der mittelfränkische Jakobsweg von Nürnberg nach Rothenburg. Mir war klar, dass ich das auch nach diesem System machen werde. Ich will den kompletten Weg bis nach Santiago laufen. Einmal im Jahr eine ca.14-tägige Etappe. Nur einen Zeitpunkt für den Start hatte ich noch nicht gefunden. "Wenn die Kinder mal groß sind", habe ich mir gedacht. Doch wann sind die Kinder groß? Ist das vielleicht auch nur eine Alibi-Behauptung, um sich selbst herauszureden und den Zeitpunkt endlos hinauszuzögern? Um dann vielleicht irgendwann zu sagen, "na jetzt bin ich eh zu alt"? Nein. Mein Plan nahm konkreter Formen an und irgendwann habe ich mir gesagt: 2014!

Ursprünglich dachte ich, dass ich alleine pilgern werde, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich jemanden dazu bewegen kann, so etwas mitzumachen. Oder anders gesagt: jemanden zu finden der genauso verrückt ist wie ich.

 Mit meinem Freund Roland treffe ich mich seit über 12 Jahren regelmäßig, meist Dienstagabend, um ein bisschen zu klampfen, zwei Bierchen zu trinken, Dart zu spielen ("spickern") und einfach etwas quatschen. Eher beiläufig erzählte ich von meinem Vorhaben und: Roland war sofort Feuer und Flamme. Von nun an wurde am "Programm gefeilt", mögliche Termine eruiert, im Internet recherchiert - und schon waren wir mitten drin im "Abenteuer Jakobsweg".

Und zwischenzeitlich haben wir schon, auf drei Samstage verteilt, über 90 Kilometer absolviert.
Das war sozusagen der Prolog. Am Samstag, den 17. Mai geht es von Rothenburg aus los. Ziel der ersten Etappe ist Ulm, wo wir geplant am 25.Mai ankommen wollen.

Der Weg ist das Ziel. Irgendwann werden wir auch in Santiago ankommen.

Ultreya



Dienstag, 8. April 2014

Nachdem wir nun den Mittelfränkischen Jakobsweg absolviert haben, haben wir heute beschlossen, unseren Jakobsweg im Mai von Rothenburg aus nach Ulm fortzusetzen und nicht, wie geplant, wieder in Eibach anzufangen und über Nördlingen nach Ulm zu laufen. Das wäre wie im Monopoly: "Gehe zurück nach der Badstaße"

Angekommen

Nach zwei Stunden Flug sind wir sicher in Frankfurt gelandet. Hier ist unsere Pilgerreise nun vorbei. Es geht jetzt noch mit dem Auto vom Fr...